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Warum die DGINA-Qualitätsindikatoren für Notaufnahmen heute unverzichtbar sind

DGINA-Qualitätsindikatoren machen Qualität messbar – und zeigen, warum strukturierte Daten und digitale Prozesse in der Notaufnahme entscheidend sind.

14. Januar 20267 Min.
Warum die DGINA-Qualitätsindikatoren für Notaufnahmen heute unverzichtbar sind

Notaufnahmen stehen zunehmend unter Druck. Steigende Patientenzahlen, begrenzte personelle Ressourcen und wachsende regulatorische Anforderungen treffen hier unmittelbar aufeinander. Gleichzeitig wird von Krankenhäusern erwartet, die Qualität ihrer Notfallversorgung nicht nur sicherzustellen, sondern auch transparent und nachvollziehbar nachzuweisen.

Genau an dieser Stelle gewinnen die Qualitätsindikatoren und Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) eine zentrale Bedeutung. Die DGINA hat über Jahre hinweg fachliche Maßstäbe und Instrumente entwickelt, um Abläufe in Notaufnahmen systematisch zu bewerten und weiterzuentwickeln. Sie liefern einen anerkannten Orientierungsrahmen für modernes Qualitätsmanagement und zeigen auf, warum strukturierte Daten in der Notfallversorgung heute unverzichtbar sind.

Qualität in der Notaufnahme messbar machen

Ziel der DGINA ist es, Qualität nicht als abstrakten Anspruch zu verstehen, sondern als messbare und steuerbare Größe. Dafür werden zentrale Aspekte der Notfallversorgung in den Blick genommen, darunter Prozesszeiten, Dokumentationsqualität, Patientensicherheit und Patientenorientierung.

Auch wenn diese Qualitätsindikatoren und Empfehlungen formal keine gesetzlichen Vorgaben darstellen, haben sie in der Praxis erhebliches Gewicht. Sie dienen als fachliche Referenz für interne Qualitätsziele, fließen in Zertifizierungsverfahren wie DGINA Visit ein und unterstützen Krankenhäuser dabei, ihre Notaufnahmen vergleichbar, transparent und überprüfbar aufzustellen. Im Zusammenspiel mit den Strukturvorgaben der gestuften Notfallversorgung des G-BA entwickeln sie sich damit faktisch zu einem verbindlichen Orientierungsrahmen für viele Häuser.

Welche Anforderungen sich daraus im Alltag ergeben

Die inhaltlichen Schwerpunkte der DGINA-Qualitätsindikatoren betreffen direkt den täglichen Betrieb einer Notaufnahme:

  • Zeitnahe Ersteinschätzung. Jeder Patient soll innerhalb kurzer Zeit nach Eintreffen strukturiert eingeschätzt werden. Ziel ist es, kritische Verläufe frühzeitig zu erkennen und Behandlungsprioritäten sicher festzulegen.
  • Steuerung zentraler Prozesszeiten. Die Zeit bis zum ersten Arztkontakt sowie die gesamte Verweildauer in der Notaufnahme gelten als wesentliche Qualitätsmerkmale. Verzögerungen erhöhen Risiken für Patienten und belasten gleichzeitig Personal und Infrastruktur.
  • Vollständige und strukturierte Dokumentation. Eine lückenlose Dokumentation von Anamnese, Diagnosen, Maßnahmen und Entlassungsstatus ist Grundvoraussetzung für Qualitätssicherung, Abrechnung und rechtliche Absicherung.
  • Schmerzmanagement. Ein strukturiertes und zeitnahes Schmerzmanagement ist ein zentraler Bestandteil patientenzentrierter Versorgung und wird zunehmend als Qualitätskriterium betrachtet.
  • Einbindung der Patientensicht. Patientenerfahrungen und Zufriedenheit gewinnen als ergänzende Qualitätsdimension an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Kommunikation und Transparenz der Abläufe.

Warum strukturierte Daten jetzt entscheidend sind

Mit der steigenden Auslastung vieler Notaufnahmen stoßen manuelle, fragmentierte Prozesse an ihre Grenzen. Qualitätsindikatoren lassen sich nur dann sinnvoll erfassen und auswerten, wenn relevante Informationen vollständig, strukturiert und zeitnah vorliegen.

Fehlende oder unvollständige Daten erschweren nicht nur Zertifizierungen, sondern auch die interne Steuerung, Auswertungen und den Nachweis gegenüber Trägern und Prüfinstanzen. Wer Qualität belegen und weiterentwickeln will, benötigt belastbare Daten entlang der gesamten Patientenreise.

Digitale Lösungen als Hebel für Qualität und Transparenz

Digitale Systeme können helfen, diese Anforderungen im Alltag umzusetzen. Insbesondere Lösungen, die Patienten frühzeitig einbinden und Informationen strukturiert erfassen, entlasten das Personal und verbessern die Datenqualität.

Beispielsweise ermöglicht anolink ZNA die digitale Voraberfassung relevanter Informationen durch die Patienten selbst. Anamnesen, Einwilligungen und Formulare werden strukturiert erhoben und direkt in bestehende Systeme überführt. Dadurch verkürzen sich Prozesszeiten, die Dokumentation wird vollständiger und Qualitätskennzahlen lassen sich verlässlich abbilden. Digitale Lösungen werden so zu einem praktischen Werkzeug, um die fachlichen Anforderungen der DGINA im Versorgungsalltag umzusetzen.

Fazit

Die Qualitätsindikatoren und Empfehlungen der DGINA machen deutlich, wohin sich die Notfallversorgung entwickelt. Qualität muss messbar, transparent und belegbar sein. Krankenhäuser, die ihre Prozesse konsequent an diesen Maßstäben ausrichten, schaffen die Grundlage für Zertifizierungen, verbessern ihre Steuerungsfähigkeit und erhöhen gleichzeitig Patientensicherheit und Effizienz.

Strukturierte Daten sind dabei kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel, um Qualität sichtbar zu machen und die Notaufnahme zukunftsfähig aufzustellen.

Titelbild: Unsplash (camilo jimenez)

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